Neue Studie warnt vor Folgen pauschaler PFAS-Beschränkung
SPECTARIS hat die amerikanische Toxikologin und PFAS-Expertin Dr. Barbara J. Henry mit einer wissenschaftlichen Auswertung zur Entsorgung von Fluorpolymeren beauftragt. Der nun veröffentlichte Meta-Report stellt zentrale Annahmen im laufenden EU-Verfahren zur PFAS-Beschränkung infrage.
Die Auswertung zeigt, dass moderne, EU-konforme Verbrennungsanlagen Fluorpolymere unter realen Betriebsbedingungen mit Zerstörungs- und Mineralisierungsraten von 99,7 bis über 99,9999 Prozent nahezu vollständig abbauen. Zugleich könnten die im ECHA-Hintergrunddokument zugrunde gelegten Emissionsannahmen deutlich überschätzt sein – bei Luftemissionen laut Report teilweise um bis zum Faktor 10.000.
Den vollständigen Report, eine Zusammenfassung und ergänzende Infografiken finden Sie hier.
Darüber hinaus hat unser Mitglied und PFAS-Experte Dr. Martin Leonhard (Karl Storz) einen wichtigen Beitrag zur Publikation in einem wissenschaftlichen Fachjournal eingereicht. Darin werden die in der Stellungnahme des ECHA-„Risk Assessment Committee“ (RAC) veröffentlichten Tabellenanhänge daraufhin überprüft, für welche Gesamtemissionen Fluorpolymere (FP) entlang ihres Lebenszyklus verantwortlich sind. Interessanterweise enthielt die Stellungnahme des RAC eine weitgehend neue Analyse („alternative approach“), in der die PFAS-Emissionen neu bewertet wurden. Leider hat der RAC darauf verzichtet, seinen Ansatz zu quantifizieren und damit den wesentlichen Unterschied zum bisherigen Kenntnisstand sichtbar zu machen. Unter Bezugnahme auf das Background Document der Dossier-Einreicher (BD, 2025) lassen die neuen RAC-Daten den Schluss zu, dass die von Fluorpolymeren stammenden Emissionen um 90 Prozent niedriger sind als bisher kommuniziert.
Fluorpolymere kommen unter anderem in medizinischen Geräten, optischen Komponenten, Labor- und Analysegeräten sowie in der Halbleiterfertigung zum Einsatz. SPECTARIS fordert angesichts ihrer besonderen Eigenschaften eine eigenständige wissenschaftliche Bewertung und eine Ausnahme von einer pauschalen PFAS-Beschränkung. Die Veröffentlichung beider Analysen kommt zu einem wichtigen Zeitpunkt: Die ECHA wertet derzeit mehr als 3.200 Stellungnahmen zum Beschränkungsverfahren aus, die finale Stellungnahme des SEAC wird bis Ende 2026 erwartet.
(Darstellung mithilfe von KI erstellt)
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